Wie Licht unser Wohlbefinden beeinflusst

Lichtwirkungen auf den Menschen

Licht taktet unsere „innere Uhr“. Eine Beleuchtung, die über die visuelle Wirkung hinausgeht und sich am Tageslicht orientiert, unterstützt den Menschen rund um die Uhr: Er fühlt sich wohl, kann nachts besser schlafen und ist leistungsfähig am Tag.

Der Mensch braucht Licht nicht nur, um gut sehen zu können. Licht hat eine viel weiter reichende Bedeutung und wirkt auch nicht-visuell: Es taktet die innere Uhr des Menschen – ein kompliziertes Steuersystem, das sämtliche Körperfunktionen im 24-Stunden-Rhythmus koordiniert und aufeinander abstimmt. Dieses Steuersystem muss täglich aufs Neue durch das Tageslicht synchronisiert werden. Fehlt der Lichtreiz als wichtiger Zeitgeber, kommt die innere Uhr aus dem Takt. Dies kann dazu führen, dass der Mensch antriebslos und müde wird, unter Stimmungsschwankungen leidet oder gar das Immunsystem erkrankt.

Licht macht Stimmung

Licht beziehungsweise Lichtmangel hat einen erheblichen Einfluss auf unsere Stimmung. Besonders deutlich merkt man das im Winter, wenn die Tage kurz sind und man dementsprechend wenig Tageslicht bekommt. Viele Menschen fühlen sich dann kraft- und antriebslos und leiden unter Stimmungsschwankungen. Man spricht dabei vom sogenannten „Winterblues“, von dem rund 40 % aller Deutschen betroffen sind. Wenn dieses Stimmungstief sich zu einer saisonal bedingten Depression auswächst, ist eine entsprechende Behandlung mit Licht erfolgsversprechend. Tatsächlich lassen sich Depressionen heute mit einer Lichttherapie oftmals sehr gut in den Griff bekommen – und das sanft, schonend und ohne unliebsame Nebenwirkungen.

Lichttherapie – eine schonende Behandlungsmethode

Bei einer Lichttherapie sitzt der Patient täglich bis zu 60 Minuten in etwa einem Meter Abstand vor einer Lichtquelle. Das Licht fällt dabei auf die Netzhaut des Auges. Infolgedessen wird im Gehirn der Botenstoff Serotonin gebildet, der die Stimmung aufhellt und motiviert. Therapeutische Lampen imitieren dabei in Helligkeit, Intensität und Lichtfarbe das natürliche Tageslicht. Durch die Bestrahlung wird dem Körper signalisiert, dass er die Produktion von Melatonin (dem sogenannten „Schlafhormon“) einstellen soll. Eine Lichttherapie kann so bewirken, dass der Mensch tagsüber wach und aktiv ist und nachts besser schlafen kann, und steigert so das Wohlbefinden und die Leistungsfähigkeit.

Licht wirkt immer

Generationen von Wissenschaftlern forschten zu diesem Thema. Um die Jahrtausendwende schließlich wurden jene Fotorezeptoren in der Netzhaut des Auges, die nicht dem Sehen dienen – aber die innere Uhr stellen. Dafür erhielten die US-Amerikaner Jeffrey C. Hall, Michael Rosbash und Michael W. Young 2017 den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin.

Die Fotorezeptoren im Auge reagieren äußerst sensibel auf Licht mit hohen Blauanteilen. Diese Entdeckung hat dem Thema Licht und Gesundheit eine ganz neue Dynamik verliehen. Chronobiologen, Lichtindustrie und Lichtplanner haben seither die Chance, die Lebensqualität des Menschen entscheidend zu verbessern. Denn Licht wirkt immer – geplant oder ungeplant.

Eine melanopisch wirksame Beleuchtung mit wechselnden Helligkeiten und Lichtfarben, die zielgerichtet biologische Wirkungen berücksichtigt,

  • unterstützt den Menschen in aktiven Zeiten und Ruhephasen,
  • stabilisiert langfristig den Tag-Nacht-Rhythmus,
  • sorgt damit für besseren Schlaf und mehr Energie am Tag,
  • fördert Wohlbefinden und Gesundheit, Leistungskraft und Konzentration.

Das richtige Licht für den Menschen

Wir bewegen uns nur noch wenig im Freien und halten uns vorwiegend in Innenräumen auf, wo in der Regel Dynamik und biologische Wirkung des Tageslichts fehlen. Das hat Folgen für die Leistungskraft und die Gesundheit des Menschen: Fast 40 Prozent der Deutschen leiden in den Wintermonaten unter fehlender Antriebskraft und Stimmungsschwankungen. Eine melanopische Beleuchtung mit nicht-visuellen Effekten kann hier schon frühzeitig entgegenwirken.

Lichtwirkung

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